header9.jpg

Junges Theater Vöhlin - Applaus für „Kinder der Sonne“ 2016

Theater wird am Vöhlin-Gymnasium groß geschrieben. Die Gruppe der Oberstufenschüler zeigte nun Maxim Gorkis Erfolgsstück "Kinder der Sonne" und bot dem begeisterten Publikum kurzweilige Theaterabende.

Während Gorki 1905 in seinem Stück das Thema Revolution in den Mittelpunkt stellte, ging es den Vöhlin-Schauspielern mehr um Fragen von heute. Flüchtlingsfrage, Islamismus, Radikalisierung an den politischen Rändern und vor allem um die Haltung der Etablierten, der Bürger. Dazu bot Gorkis Stück jede Menge Stoff, den die Theatertruppe in einem halben Jahr intensiv bearbeitet und um weitere Rollen ergänzt hat. So waren auf und vor der Bühne neben zwei Dschihadisten und einer Flüchtlingsfamilie auch Maxim Gorki und sein Freund Lenin zu sehen, die das Stück witzig und geistreich kommentierten.

Lenin preist die Dialektik und schimpft auf Gorkis handlungsunfähige Figuren. Gleichzeitig macht sich eine Flüchtlingsfamilie auf den Weg nach Deutschland und zwei junge deutsche Männer auf den Weg nach Syrien, um dort für das Kalifat zu kämpfen.

In der Wohnung des Chemikers Protassow, der davon träumt etwas Weltbewegendes zu entdecken, aalen sich derweil die Bürger in ihren Alltagsproblemen, während im Hintergrund per Fernseher immer neue Hiobsbotschaften aus aller Welt eintreffen. Verquere Beziehungskonstellationen, sinnlose Diskussionen um Kunst und Politik, viel Kaffeetrinken und Muffins essen, ab und an auch philosophische Momente. Alles in allem ein lächerliches Schauspiel angesichts der weltverändernden Probleme um sie herum. Und so kommt es, dass sich am Ende die Probleme den Weg in die heile Welt bahnen und sich auch nicht durch geschlossene Fenster und Türen abhalten lassen. Im großen Finale sitzen Flüchtlingsfamilie, Dschihadisten, Pegida-Vertreter und Bürger gemeinsam um den Wohnzimmertisch und melden ihre Ansprüche auf Kaffee und Muffins an. Der Konflikt wird gelöst - mittels einer Edelstahl-Kaffeekanne, mehr im Sinne Lenins als im Sinne Gorkis, aber zum Vergnügen des Publikums.

Die engagierten jungen Schauspieler beeindruckten durch Spielfreude, Kreativität, witzige Ideen und ein feines Gefühl für Timing und Nuancen.

Einmal mehr zeigte das Junge Theater Vöhlin unter der Leitung von Bernd Scheiter, dass Theatermachen weit mehr ist als Rollen spielen. Auseinandersetzung mit klassischer Literatur, mit der eigenen Zeit, eigenen Haltungen und der kreative Umgang mit den gestalterischen Mitteln, die eine Bühne bietet, machen Theater zu einer der schönsten Nebensachen der Schule.

Als Nächstes zeigt die Theatergruppe der Mittelstufe am 11. und 12. Mai, jeweils um 19.30 Uhr, ihre Produktion „Survival - Freitag der 13.“ in der Vöhlin-Aula.

Das Junge Theater Vöhlin 2016 (v.l.n.r.):

Elias Kohler, Luis Stemmer, Toni Palmentieri, Valentin Esser, David Weiß, Konstanze Richter, Johanna Schnug, Robin Geiß, Bernhard Lewin, Max Buder, Lia Bomheuer, Anna Scheitzeneder, Anna Bischofberger, Constanze Nagler, Carolin Mayr, Lena Rieder, Tobias Voran, Sulamith Esser, Emma Czech, Felix Schachenmayr, Laura Hagner

 

Drucken E-Mail