header11.jpg

Junges Theater Vöhlin feiert „Aftershowparty“

JT1

(Bernhard Lewin, Toni Palmentieri, Anna Scheitzeneder, Max Buder, Mara-Jule Spöhrer, Chiara Schienle, Tobias Voran (v.l.n.r.)

Experiment gelungen, Publikum lobt.

Theaterstücke für mehr als 20 Schauspieler sind in der Theaterliteratur rar. Doch genau so ein Stück brauchte das Junge Theater Vöhlin der Jahrgangsstufen 9 – 12. Denn die Zahl der Theatermacher am Vöhlin liegt derzeit bei ca. 80 Schülerinnen und Schülern, die in 3 Gruppen aktiv sind. Und so griffen die Jugendlichen der Mittel- und Oberstufe selbst zu Stift und Papier und verfassten ein abendfüllendes Drama.

Mit „Aftershowparty“, einer 100%-Eigenproduktion, wurde ein ziemlich ungewöhnliches Schultheaterstück auf die Bühne der Vöhlin-Aula gebracht .Begeisterung und Applaus des Theaterpublikums an zwei Abenden zeigten, dass das Stück, das in 8 Monaten im Kollektiv erdacht, geschrieben und inszeniert worden war, den Puls der Zeit trifft. Ein Erfolg für die Jugendlichen des Jungen Theater Vöhlin, die die Wirkung ihrer eigenen Texte und ihres Schauspiels live und direkt erlebten und am Ende zu Recht stolz auf sich und ihre intensive Gemeinschaftsleistung als Theatertruppe sein konnten.

 

Ein Jahrgang feiert seinen Abiball, der zunächst ganz normal verläuft. Eine Wende nimmt das Geschehen, als ein Mädchen auftaucht, das die Aftershowparty zu einem Rachefeldzug gegen eine Gruppe von Schülern nützen will, die vor Jahren ihren Bruder gemobbt hatten. Dabei geht es nicht um kleine Gemeinheiten, sondern um Leben und Tod, was den Zuschauern und den Figuren im Stück aber erst langsam klar wird. Denn eingebettet ist die Handlung in witzige und lebendige Szenen rund um das Leben an der Schule und das Leben überhaupt: Zwei Jungs, die sich seit Längerem eine Freundin teilen, suchen nach einer Lösung. Zwei Referendare, die mit der Frage ringen, ob man sich mit den Schülern gemein machen kann und der Einladung zur Aftershowparty folgt. Ein Punk, der mit seinen ehemaligen Mitschülern abrechnet und das Gerede von Chancengleichheit als bloße Attitüde entlarvt und vieles andere mehr. Am Ende siegt ausnahmsweise nicht das Gute. Täter und Rächer sehen sich am Ende gleichermaßen als Verlierer. In der Schlussszene hängen sie an den Haken von vier Anglern, die an den vier Ecken des Zuschauerraums über dem Publikum sitzen, als Allegorien von Habsucht, Angst, Neid und Hass.

Junges Theater Vöhlin 2015 „Aftershowparty“: Chantal Adam, Max Buder, Lia Bomheuer, Valentin Esser, Paula Gromer, Elias Hasel, Elias Kohler, Bernhard Lewin, Carolin Mayr, Constanze Nagler, Toni Palmentieri, Lena Rieder, Ines Röckert, Felix Schachenmayr, Anna Scheitzeneder, Chiara Schienle, Johanna Schnug, Luis Stemmer, Simone Voran, Tobias Voran, Mara-Jule Spöhrer, Tobias Kofler, Philipp Schaber, Felix Schmid, Sonja Morath, Bernd Scheiter.

Drucken E-Mail